Malerei von Fabio Michalski, Waldstück an der Wand

Natur muss zuerst einsickern. Komposition wird im Begehen und Wahrnehmen aufgespürt und drückt sich schließlich in der Malerei aus.

Vergleichbar mit dem Spektrum und der unendlichen Variation der Komposition im Klanggeflecht der klassischen Musik.

Dieses unendliche Spektrum an Komposition existiert in der Natur. Eine Symphonie aus energetischem Schall und Farbnuancen, getragen von einer schier unendlichen Variation des Lichts.

Der organische Lebenstrieb, frei von jeglicher intellektuellen Getrenntheit.

Ohne Wiederholung, in einem ständigen, subtilen und oft auch drastischen Fluss der Wandlung.

Niemals greifbar, allein durch Malerei konservierbar.

Konservierung von Emotion und Information, von natürlich-energetischer Strahlung aus Licht, Form, Farbe und Struktur.

Schicht für Schicht grabe ich mich in das Bild hinein. Das Wichtigste ist die gespeicherte Wahrnehmung, die alles bestimmt. Sie entsteht ausschließlich durch die Wahrnehmung in der Natur. Farbe, Struktur und Licht sind über viele Jahre in mich eingesickert.

Die Fotokamera ist mein Werkzeug zur Aufspürung und Sammlung des Naturspektrums. Sie kann das Erfahrene nicht in seinem vollen Spektrum wiedergeben. Deshalb male ich.

Sortieren, Auswählen, Ordnen, Zuordnen zu erlebten Emotionen, Stimmungen, Lichtfeldern und Farbfeldern, die alle nur in der Erinnerung bestehen.

Im Malprozess entsteht eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Bild. Lange Phasen der Betrachtung führen zum nächsten malerischen Schritt. Die Schichten interagieren miteinander. Das Material lässt eigenständig Naturprozesse entstehen, die ich dirigiere und mit denen ich interagiere – basierend auf einer von Erfahrung getragenen Wahrnehmung.

Die Werke reagieren auf das sich ständig wandelnde Tageslicht und verändern dadurch ihre Stimmung parallel zur Natur. So finden sie ihre Einbindung in den natürlichen Lebensraum und werden selbst Teil der Natur.